Lexikon – Fachbegriffe für das Krankentagegeld

Verzicht auf das Kündigungsrecht (Kündigungsschutzgarantie)

Der Verzicht auf Kündigungsrecht in der Krankentagegeldversicherung bedeutet, dass der Vertrag von Seiten der Versicherung nicht ordentlich ohne Angabe von Gründen gekündigt werden kann. D.h. der Versicherte läuft nicht Gefahr, z.B. nach einem Leistungsbezug eine Kündigung des Vertrages zu erhalten, weil die Versicherung eine zu große Gefahr für weitere Krankheitszeiten und damit weitere Leistungsfälle beim Versicherten vermutet.

Alkoholklausel

Ist in den Versicherungsbedingungen für die Krankentagegeldversicherung die Alkoholklausel enthalten, bedeutet dies für den Versicherten einen Verlust des Versicherungsschutzes im Fall einer Krankheit oder eines Unfalls, sofern hierbei der Genuss von Alkohol als ursächlich angesehen werden kann. D.h. hat der Versicherte Alkohol zu sich genommen und erkrankt oder verunfallt daraufhin, entfällt in diesem Fall der Versicherungsschutz und er erhält kein Krankentagegeld.

Leistungsdauer

Im Gegensatz zur Regelung der gesetzlichen Krankenkasse ist bei der privaten Krankentagegeldversicherung die Leistungsdauer grundsätzlich nicht begrenzt. Allerdings gilt das Krankentagegeld nur für eine vorübergehende, von einem Arzt attestierte Arbeitsunfähigkeit. Sollte der Versicherte in die Berufsunfähigkeit fallen oder gar erwerbsunfähig werden, endet damit die Leistungspflicht der Krankentagegeldversicherung.

Karenzzeitverkürzung

Während bei der gesetzlichen Krankenkasse das Krankengeld erst ab dem 43. Krankheitstag gezahlt wird, d.h. nach Ablauf von sechs Wochen, ist es bei Abschluss einer privaten Krankentagegeldversicherung möglich, die Karenzzeit (also die Wartezeit vom Beginn der Erkrankung bis zum Eintritt der Leistungspflicht der Versicherung) auch individuell kürzer zu vereinbaren. Je nach ausgewählter Versicherung ist dies sogar bereits ab dem vierten Tag möglich.

Rückfallerkrankung

Sollte der Versicherte einer Krankentagegeldversicherung einen Rückfall erleiden, so besteht grundsätzlich auch erneuter Anspruch auf Leistung. Allerdings kommt es darauf an, wie viel Zeit zwischen Genesung und Rückfall vergangen ist (bei einigen Versicherungen können dies bis zu 12 Monate sein), ob der Versicherte sofort wieder Leistungen erhält. Einige Versicherungen zahlen das Krankentagegeld bei einem Rückfall sofort weiter, manche erst wieder nach Ablauf der vereinbarten Karenzzeit.

REHA-Maßnahme

Laut Musterbedingungen für das Krankentagegeld wird während REHA-Maßnahmen kein Krankentagegeld gezahlt. Jedoch gibt es mittlerweile diverse Anbieter am Markt, die abweichend hiervon das vereinbarte Krankentagegeld auch während REHA-Zeiten zahlen. Allerdings gibt es hier auch deutliche Unterschiede. So muss sich der Versicherte z.B. bei einigen Versicherungen vorher eine schriftliche Genehmigung für das Krankentagegeld für die geplante Maßnahme einholen.

Kurbehandlung und Sanatorium

Während einer Kurbehandlung oder eines Aufenthaltes in einem Sanatorium besteht grundsätzlich kein Anspruch aus der privaten Krankentagegeldversicherung. Allerdings gibt es diverse Anbieter am Markt, deren Versicherungsbedingungen auch Kuren und Sanatorien in das Krankentagegeld mit einschließen. Je nach Versicherung kann vorher allerdings das Einholen einer schriftlichen Genehmigung notwendig sein, damit der Versicherte das Krankentagegeld gezahlt bekommt.

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Zahlung eines Krankentagegeldes. Gleiches gilt für Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Schwangerschaftsabbruch, Fehlgeburt oder Entbindung. Viele Versicherer zahlen das vereinbarte Krankentagegeld inzwischen jedoch auch bei anormalen Schwangerschaftsverläufen, einige sogar bereits bei jeder Art von Arbeitsunfähigkeit in der Schwangerschaft, sofern diese von einem Arzt attestiert wurde.

Erstattung bei Arbeitslosigkeit

Grundsätzlich endet die Leistungspflicht nach den Musterbedingungen der privaten Krankenversicherung im Bereich Krankentagegeld bei Arbeitslosigkeit. Sollte der Krankheitsfall jedoch während der Beschäftigung eingetreten sein und der Versicherte wird während der laufenden Leistung arbeitslos, so endet die Leistungspflicht erst drei Monate nach Eintritt der Arbeitslosigkeit. Es gibt mittlerweile jedoch auch Urteile, denen zufolge die Krankentagegeldversicherung auch bei Arbeitslosigkeit zur vertraglich vereinbarten Zahlung verpflichtet ist.

Teilweise Arbeitsunfähigkeit

Bei Eintritt einer teilweisen Arbeitsunfähigkeit ist die private Krankentagegeldversicherung nach den Musterbedingungen nicht leistungspflichtig, da hier die Leistung nur bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit erfolgen muss. Viele Versicherungsunternehmen bieten jedoch deutlich bessere Bedingungen an und zahlen z.B. ab einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % auch die Hälfte des vereinbarten Tagessatzes an Krankentagegeld – wenn auch oftmals nur für einen bestimmten Zeitraum.

Leistung bei EK-Minderung

Laut Musterbedingungen (MB/KT) muss die Versicherung über eine dauerhafte Minderung des Einkommens in Kenntnis gesetzt werden, woraufhin diese sowohl Leistung als auch Beitrag dem neuen Einkommen nach zwei Monaten anpassen darf. Dem OLG München zufolge muss dem Versicherten eine Anwartschaft angeboten werden, d.h. er kann ohne erneute Gesundheitsprüfung wieder den ursprünglichen Betrag versichern, sobald sein Einkommen wieder entsprechend angestiegen ist.

Eintritt Berufsunfähigkeit

Mit dem Eintritt in die Berufsunfähigkeit endet die Leistungspflicht der privaten Krankentagegeldversicherung und nach den Musterbedingungen (MB/KT) auch der Versicherungsvertrag. Den Bedingungen zufolge bedeutet Berufsunfähigkeit, dass der Versicherte zu mindestens 50 % auf nicht absehbare Zeit arbeitsunfähig ist. Hiervon gibt es keine Abweichungen bei einzelnen Versicherungen, da sich Krankentagegeld und Berufsunfähigkeit gegenseitig ausschließen.

Weltgeltung

Grundsätzlich besteht im Ausland kein Versicherungsschutz in der privaten Krankentagegeldversicherung, lediglich die Dauer eines stationären Aufenthaltes aufgrund von Krankheit oder Unfall werden abgedeckt sowie der Zeitraum, in dem aus medizinischen Gründen eine Rückkehr nach Deutschland nicht möglich ist. Allerdings gibt es mittlerweile Versicherungsunternehmen, die im Gegensatz zur grundsätzlichen Regelung auch Krankentagegeldversicherungen anbieten, die auch im Ausland den vereinbarten Versicherungsschutz in vollem Umfang leisten.

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